09.04.12

Mir ist grad was Lustiges zum momentan sehr überstrapazierten Thema Günter Grass eingefallen. Ihr wisst schon. Günter Grass. Literatur-Nobelpreisträger. Alter Mann, in Danzig geboren. Schrieb 'nen paar echt brillante Bücher. Fällt aber derzeit wegen eines seltsam senilen und einseitigen Gedichtes auf. Wenn man's Gedicht nennen mag. Darf jetzt nicht mehr nach Israel einreisen. Will er sicher eh nicht hin. Wegen der vielen Juden und so. Man stelle sich vor, Günter Grass telephoniert:

"Hallo, wer spricht da?"

"Günter Grass."

"Wer? Günter Gras?"

"Nein, Günter Grass! Grass mit "SS"."

Hahahaha......... verstanden?

........ verdammt. Der is' doch nicht so lustig wie ich dachte... aber geht schon.
Nachtrag: Habe soeben entdeckt, dass es den grandiosen Ausspruch "Grass mit SS" schon gibt. Wenn ich mal lustig sein will, hat's schon wer vor mir versucht. Uncool.

02.04.12

Feels so good.

Kaum zu glauben. Old Lenny is back again! Wuhu! Ich hätte nicht gedacht, dass er erneut die Strapazen einer Welttournee auf sich nimmt, schließlich zählt er mittlerweile 77 Lenze - und verlangt offensichtlich für jedes gelebte Lebensjahr einen Euro für's Ticket. Das hielt mich natürlich nicht davon ab, pünktlich zum Kartenvorverkauf mit breitem Lächeln vor einer freundlichen Ticketverkäuferin zu stehen und die sechs glorreichen Worte "Zwei Tickets für Leonard Cohen bitte." zu sprechen. Nicht, dass Leonard am fünften September auf die Waldbühne kommt, sich umschaut und enttäuscht in sein Mikro raunt: "Where's my little Annie this evening?", während ich zu Hause sitze und mich schwarz ärgere. Das wäre furchtbar traurig.

Mir ist mit Erschrecken aufgefallen, dass ich es versäumt hatte, über das Konzert von 2010 zu berichten. Hier ein paar sehr nachträgliche Eindrücke meines liebsten Konzertabends überhaupt:

Leonard Cohen - 18. August 2010 - Waldbühne Berlin

Die wunderbare Waldbühne füllt sich allmählich...
Old Lenny wirkt sehr vital.
Dance me to the end of love...
"Everybody Knows"
Gewohntes Bild, wenn wir auf Konzerte gehen: Die Generation 50+
Es wird dunkel, aber es bleibt hell.
Sieht aus, als gönnt sich Lenny 'nen Schluck Bier. :)

"There's a crack in everything, that's how the light get's in"



01.04.12

Hamster sind prima Haustiere. Und sehr unterschätzt. Ich überlege, ob ich einen neuen Blog ins Leben rufe. Einen, der sich mit korrekter Hamsterhaltung beschäftigt und kleine Hamsteranekdoten beinhaltet. Patti (siehe Bild) würde's mögen. Aber wahrscheinlich ist das nur eine kleine, unnötige Gedankenflause, die mich davon abhalten will, meine Facharbeit zu schreiben.


Die kleine Hamsterdame ist nun schon 1,5 Jahre alt, aber noch jugendlich fit und ein allerliebstes, handzahmes Tierchen.

25.03.12

Shelter from the storm.


Es gibt viele schöne Möglichkeiten, einen sonnigen Frühlingsamstag in Berlin zu verbringen. Man kann durch die belebten Einkaufspassagen der Stadt bummeln, Würstchen grillen, kleine Kostbarkeiten auf dem Flohmarkt suchen, mit dem Rad ins Grüne fahren oder auf einer Picknickdecke im Park ausspannen, dabei ein gutes Buch lesen und ein kühles Radler trinken.
Oder aber man macht’s wie wir  und unternimmt etwas, das das schöne Wetter am besten ausnutzt – ins dunkle Kino gehen und einen Film ansehen, der von der permanenten Bedrohung eines Sturms handelt.

Ganz recht, wir haben „Take Shelter“ geschaut. Der dazugehörige Trailer den wir letzte Woche vor „The Artist“ gesehen haben, gab Anlass zur Neugierde und da wir eine halbe Stunde vor der Nachmittagsvorstellung in der Friedrichshainer Sonne saßen und ein besonders spätes Frühstück genossen,  zog es uns erneut ins lieb gewonnene, nicht weit entfernte Programmkino. Vier weitere Menschen hatten dieselbe, fantastische Idee.

Zum Film:

Curtis ist treusorgender Familienvater mit solidem Job. Er, seine Frau und seine kleine, taubstumme Tochter leben irgendwo in der Beschaulichkeit einer amerikanischen Kleinstadt. Die Dinge laufen gut, bis Curtis eigenartige, sehr intensive Alpträume heimsuchen. Schweißgebadet erwacht er aus Visionen, die einen apokalyptischen Sturm am Himmel entstehen lassen und seine Familie bedrohen.
Daraufhin wird sein Verhalten zunehmend seltsamer. Er nimmt einen Kredit auf, um den alten Sturmbunker im Garten auszubauen. Seine Mitmenschen, allen voran seine Frau, sehen ratlos zu. Geht es Curtis wie einst seiner Mutter, die im selben Alter an paranoider Schizophrenie erkrankte? Oder handelt es sich um eine reale Bedrohung?
.

Puh. Was für ein Film!
Also gut. An sich passiert nicht viel nach außen hin. Doch alles, was sich im Kopf des Hauptdarstellers abspielt, erfährt der Zuschauer dank der meisterhaften schauspielerischen Leistung und der gekonnt subtilen in Szene Setzung  ebenso eindringlich im Kinosessel. Besonders die Alptraumsequenzen brillieren durch raffinierte, nahezu erdrückende Darstellungen ohne jegliche Effekthascherei und Überzeichnung. Ich habe mich während des gesamten Films beunruhigt und gefesselt zugleich gefühlt. Die Behinderung der Tochter und die zunehmenden Schwierigkeiten des Vaters geben dem Film außerdem Anlass für eine leise Kritik am amerikanischen Gesundheitssystem.

Wer einen Wohlfühlfilm sehen möchte oder Lust auf durchschnittlich bekannte Kinounterhaltung hat, der sei mit „Take Shelter“ in dem Moment schlecht beraten. Wem jedoch der Sinn nach einem eindrucksvollen, authentischen Psychodrama steht, das lange nachwirkt, der möge fix eine Kinokarte lösen und sich von Curtis fesseln lassen.
Am Ende überkam mich ein mulmiges Gefühl beim Gedanken, das Kino zu verlassen. Ich fragte mich, ob uns ein strahlender Frühlingshimmel oder ein dunkles, blitzdurchdrungenes Wolkenaufbäumen erwartet, sobald wir das schützende Kino verlassen.



9/10 Punkten

24.03.12

Manchmal muss man sich einfach die richtige Frage stellen. Besonders dann, wenn es um die Frage der Wochenendgestaltung geht.




19.03.12

Watching old movies.

Und auf einmal ist alles schwarz-weiß und stumm. Trommelwirbel: Wir haben "The Artist" gesehen! Endlich. In gleicher, lieber Besetzung wie letztes Jahr, als wir uns "Midnight in Paris" angeschaut haben. Noch eine weitere Parallele - wieder entführte uns die Kinoleinwand in die zwanziger Jahre.
Stummfilme mag ich sehr gern, denn Charlie Chaplin ist mir seit Kindertagen ein gern gesehener Begleiter. Auch mein Micha mag Stummfilme, er aber wegen Buster Keaton. Oft streiten wir darüber, wer von beiden genialer war.

Nun aber zum Film:

George Valentine ist ein umjubelter Stummfilm-Star. Doch als der Ton Einzug ins Filmgeschäft hält, sinkt sein Stern mit rapider Geschwindigkeit. George rebelliert gegen den Tonfilm, dreht einen weiteren Stummfilm in Eigenregie und scheitert. Alles, was er sich aufgebaut hat, geht zugrunde. Während dessen entpuppt sich seine Entdeckung, die liebreizende Peppy Miller zum strahlenden Aushängeschild der neuen Kinoära....

"The Artist" ist zauberhaft gemacht. Große Kinounterhaltung  und völlig zu Recht hoch in den Himmel gelobt. Eine äußerst originelle und virtuos gestaltete Hommage an das Kino vergangener Tage mit wundervollen Schauspielern. Allen voran natürlich die Hauptdarsteller Bérénice Bejo und der charmante Jean Dujardin, dessen breites Lächeln hochgradig ansteckend ist.
Toll auch, John Goodman als Filmproduzent mit dicker Zigarre, James Cromwell als treuergebener Chauffeur und der heimliche Star des Films: Der putzige Jack-Russel-Terrier Uggie.


Also denn. Ansehen, leise sein. Laut lachen. Und verzaubern lassen.

9/10 Punkten

Lustig ist's mit anzuhören, was man eben so hört, wenn der Film selbst stumm bleibt. Zum Beispiel, wenn einige Reihen vor einem jemand einen lange andauernden Schluckauf erleidet. Oder Leute einfach 'ne richtig fiese Lache haben.
Als Micha und ich erneut durch den langen Flur des Kinos gingen, weil ich meinen Schal vergessen habe, nutzten wir die Menschenleere und versuchten uns, inspiriert  vom Film, an einer kleinen Steppeinlage. Plötzlich rief der Platzward von hinten "Na, da müsst ihr aber noch etwas üben!". Ja, das müssen wir.

Filmtrailer

14.03.12

Hey Jack Kerouac.

Ich bin voller Vorfreude und Neugierde auf die Verfilmung von Jack Kerouacs "On the road". Der Cast macht 'ne ganz gute Figur. Aber was soll denn dieser Garrett Hedlund als Dean Moriarty? Wieso haben die nicht James Franco gefragt? Und falls sie ihn gefragt haben, warum hat er dann nich "Ja!" gesagt? Mit seinem idealen Beatnik-Gesicht, das er als Allen Ginsberg in "Howl" bereits eindrucksvoll zeigte. 

Der Film startet am vierten Oktober in den deutschen Kinos. Demnach müssen Micha und ich nicht lange überlegen, was wir an unserem viersten Jahrestag anstellen. Wie praktisch! Ich bezweifle zwar, dass der Film dem Buch, welches immerhin eine ganze Generation inspirierte, wirklich gerecht werden kann, aber... das heißt ja nicht zwangsläufig, dass es ein schlechter Film wird. Ich freu mich!


"Denn die einzig wirklichen Menschen sind für mich die Verrückten, die verrückt danach sind zu leben, verrückt danach zu sprechen, verrückt danach, erlöst zu werden, und nach allem gleichzeitig gieren - jene, die niemals gähnen oder etwas Alltägliches sagen, sondern brennen, brennen, brennen wie phantastische gelbe Wunderkerzen."
- Jack Kerouac

08.03.12

Waste of paint.

Habe heut, als ich ein wenig gelangweilt in Spielpädagogik saß, meinen Banknachbarn René portraitiert. Wie aus dem Gesicht geschnitten. Wunderhübsch!